Das bange Warten hat ein Ende, endlich geht es los. Wir machen uns auf die 1000km Anreise zum Slovakiaring. Eine Tagesreise entfernt liegt das Objekt unserer Begierde. Am späten Nachmittag kommen wir dann auch an und uns wird auch gleich die Pforte zur Strecke geöffnet. In dem riesigen Fahrerlager finden wir dann auch schnell einen idealen Platz um unser Lager auf zu stellen. Bus platziert, Zelt gestellt geht es zur Registrierung. Jetzt muss nur schnellst möglich die Nacht vergehen denn wir wollen unsere Kiloeisen ausfahren. Müde von der Reise legen wir uns nieder und schon kommt der ersehnte Moment. Gespannt und etwas nervös rollen wir unsere Hobel zum ersten Mal auf den nagelneuen Asphalt des im Oktober 2009 eröffneten Slovakiaring. Mal sehen wie das reinkommt. Nach den ersten Runden wissen wir auch schon wo’s lang geht. Jetzt geht es noch darum die beste Linie, die Brems- und Schaltpunkte zu finden. Oberstes Gebot ist jedoch; „Sitze blibe“ Sofort ist klar, den Slowaken ist hiermit ein absolut guter Wurf gelungen. Mit einem anspruchsvollen Infield, vier Kuppen mit Blindflug, zwei Mutkurven, einigen Schlüsselstellen und Vollgaspassagen stellt dieser Ring jeden vor eine Herausforderung mit absolut hohem Spassfaktor. Mit Adrenalin total überflutet machen wir uns nach dem ersten Tag in die Infobox und ordern einen Transponder für die Zeitmessung. Es gibt da ja noch Rennen zu fahren……… An diesem Wochenende werden die ersten Läufe des PowerCup und Euro-Speer-Cup durchgeführt. Mal sehen ob wir uns am Samstag dafür auch Qualifizieren. Für die Rennen am Samstagabend und Sonntagmittag sind nur die schnellsten 48 jeder Kategorie zugelassen. In unserer Kategorie, „GP1 unlimited“ wo wir fahren könnten sind 66 Piloten gemeldet. Wenn das nur gut geht! Also verbringen wir unseren ersten Abend auch schon mit Schrauberei. Als erstes gilt es einen passenden Platz für den Transponder zu finden, weiter müssen ja noch frische Schlufen von Bridgestone aufgezogen werden damit auch alles rund laufen soll. Müde und überglücklich legen wir uns dann auch auf unsere „Luftbetten“ nieder, welche ihren Platz im Bus gefunden hatten. In Gedanken fahre ich während dem einschlafen schnelle Quali Runden und kämpfe um Positionen. „Wirklich gaskrank“ meinte Benny der Fotograf als er mich dabei erwischte wie ich mit Hilfe der Onboard Aufnahmen die schnellste Linie suche, und knipst schnell ein Bild von mir. Hatte er wohl recht? Denke auf Platz bin ich nicht der einzige der so tickt! Total motiviert drehen wir am nächsten Tag dann auch unsere Runden und denken; „so langsam sind wir gar nicht unterwegs!“ Die Positionen 26 und 46 haben dabei rausgeschaut! Ernüchterung folgt dann auch gleich beim Zeiten vergleich, die Pole ging mit 2:10 weg und wir fuhren eine 2:22 und 2:29 auf dem knapp 6 Kilometer langen Ring. Die Spitze wird uns nach 10 Runden beide überholt haben!! Krasse Niveau unterschiede, sieht man auch an den Bikes die rum stehen. Den Start möglichst gut hinkriegen und dann einfach unsere Runden fahren, war der Plan.
Das Rennen naht. Nach der Aufwärmrunde den Startplatz einnehmen und los geht’s.
Als die Ampel erlischt, rauschen auch schon die Ersten an mir vorbei auf die erste Ecke zu. Bestimmt habe ich mindestens zehn Plätze verloren, aber egal nur heil über die erste Runde kommen, meinen Ritmus finden dann werde ich wohl wieder ein paar Plätze gut machen können. Die erste Kuppe ist überstanden und nach der schnellen Rechts kommt auch schon die zweite Kuppe vor der Haarnadel. Als ich blind anbremse und etwas zögerlich die innen Linie suche sehe ich über den Horizont der Bremszone einen Haufen Wilder die versuchen alle samt in die Haarnadel zu kommen. Ich hänge mich eingangs Kurve an eine Duc versuche so das Gedränge zu überstehen. Plötzlich höre ich schleif Geräusche und da kam auch schon „einer geflogen“ und rasierte glatt die Duc vor meiner Nase weg! „Die Spinnen ja!!!“ schiesst mir durch den Kopf und suche weiter den Weg, jedoch jetzt aus dem Trümmer Chaos. Schon folgt der Rennabbruch. Ein über motivierter Fahrer wollte wohl das Rennen in der ersten Runde für sich entscheiden und hat sich auf der Bremse total verschätzt. Für mich war damit das Thema Rennen gegessen und Uli schloss sich meiner Entscheidung an. Wollten wir doch nur etwas Spass haben und heile wieder nach Hause kommen. Beim Neustart schauten wir uns das Spektakel von der Tribüne aus an. Am Sonntag, als die Rennen aller Kategorien vorbei waren, durften wir uns noch vier Stunden bei freiem Fahren auf dem Kurs austoben. HUB war kaum von der Strecke zu kriegen und legte ein paar Longrun's hin. Erst als der ganze Spritt und unsere Reifen (vor allem Uli) verheizt waren, luden wir unser Spielzeuge ohne Blessuren wieder in den Bus. Eine Erfahrung reicher nahmen wir dann unseren Heimweg mit einer Nachtfahrt Richtung Schweiz in Angriff. Das Abenteuer Rennen fahren ist für den Moment gestorben. Mal sehen wir lange das so bleiben wird…….
12.Mai 2010/bg
Wauu !!! Was für eine Strecke. Da ist den Slowaken wirklich ein guter Wurf gelungen. Die Strecke ist so was von geil. Kurven, Geraden , vier Kuppen und eine breite Gasse, was will ein gaskrankes Herz mehr!
Am Freitagmorgen war es endlich soweit und wir konnten das erste Mal auf die Strecke fahren. Wir, das sind Brünu und ich. Die ersten Turns brauchten wir, um uns die Strecke einzuprägen. Zudem wollten Bremspunkte und Gangwahl gefunden werden. Als dies alles eingeprägt war, konnten wir uns auf die Sekundenjagd machen. Die Kuppen auf der Strecke waren der echte Hammer. Du rast da mit ca. 200 km/h auf die Kuppe zu, ohne zu sehen wo es hingeht. Irre!!! Am Freitag entschieden wir uns, das Rennen am Samstag und Sonntag zu fahren. Für dieses Rennen mussten wir uns qualifizieren. Da nur die Top 48 pro Gruppe für das Rennen zugelassen wurden, mussten wir uns am Samstag unter den 66 GP1 Piloten beweisen. Also hiess es für mich, den neuen Brig aufziehen und volle Kanne geben. Zu meinem Erstaunen schaffte ich die Quali und stellte die CBR auf Rang 46. Brünu nahm mir 7 sec. ab und stellte seine R1 auf Rang 22. Also ging es nervös wie ein Teeny vor seinem ersten Date in die Aufwärmrunde zur Startaufstellung.
Der Start verlief gut, wir beide kamen gut weg. Das Feld kam problemlos durch die erste Kurve. Doch bereits bei der dritten Kurve fiel einem Piloten das Hirn ins Handgelenk. Zuerst ging ihm definitiv das Talent aus und danach die Strasse. Er blies einen Piloten direkt vor Brünu von der Strecke. Wir hatten beide Glück und kamen unversehrt aus der ersten Runde zurück, als die rote Flagge geschwenkt und das Rennen ab- gebrochen wurde. In der Box entschieden wir uns, die ‚Transponder’ abzugeben und auf weitere Renneinsätze zu verzichten. Da es für unseren Geschmack doch zuviel gaskranke auf der Stecke hatte, und wir die Maschinen heile nach Hause bringen wollten.
Am Sonntag stand für mich der Reifentest auf dem Programm. Das heisst, ich wollte einmal wissen wie weit ich den ‚Brigs’ runterfahren kann bis das Ding keinen Grip mehr hat. Am Morgen konnte ich mit dem schon stark abgefahrenen Reifen noch recht ansprechende Runden drehen. Am Nachmittag für die letzen zwei Turns, musste ich jedoch etwas Gas rausnehmen da der Grip deutlich nachliess, ganz besonders beim rausbeschleunigen aus schnellen Ecken in halbschräger Lage. Also ging ich den Typen vom Reifendienst fragen. Er meinte nur, dass dies normal sei auf dieser Strecke: „ Tu nichts dran rum drehen und mach ein neuen Reifen drauf.“ Ok dachte ich, und fuhr nichts desto trotz die beiden Turns mit breitem Grinsen zu Ende. Ich habe meinen Reifen nun definitiv gefunden. Der Brigestone Slick ist echt der Hammer. Das Ding hat Grip ohne Ende, gutes Feedback und die Laufleistung geht auch in Ordnung.
Der Event war echt der Hammer. Geile Strecke, super Reifen, gutes Wetter und ein sehr bereites Grinsen im Gesicht, das nur noch operativ entfernt werden kann. Die mit Abstand geilste Strecke die wir bis jetzt gefahren sind!
Nun müssen wir arme Schweine mehr als 2 Monate warten bis wir unsere Geräte wieder zum Spielen auspacken dürfen. Ist schon traurig, oder??!!!
Bis später…..
Gruss HUB / ein Gaskranker
Hier noch ein paar technische Daten zu unserem Event.
Wir haben folgendes Material verbrannt, respektive verbraten.
Rennstrecke: Anreise:
1600 km 2000 km
200 Liter Benzin 250 Liter Diesel
4 Satz Slickreifen



